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Heimischer Körnerleguminosenanbau?

Aus agrarwissenschaftlicher Sicht ist der heimische Anbau von Körnerleguminosen vorteilhaft. Ackerbaulich ist der Anbau von Körnerleguminosen im Ökologischen Landbau auch für Marktfruchtbetriebe interessant, da dort die positiven Vorfruchteffekte besonders stark zur Geltung kommen. In der ökologischen Lebens- und Futtermittelwirtschaft ist wegen der künftigen obligaten Verwendung von Futtermitteln aus zertifiziert ökologischer Erzeugung („100% Biofutter“) eine steigende Nachfrage zu erwarten. Mit der umfänglicheren Nutzung heimischer Körnerleguminosen können Bedarfslücken in der Aminosäuren- und Energieversorgung bei Mensch und Tier umweltverträglich gedeckt werden.

Der Anbau von Körnerleguminosen hat bedeutende ökologische Vorteile, welche das von der deutschen Politik verfolgte Leitprinzip der Nachhaltigkeit unterstützen. Dies betrifft insbesondere die Schonung natürlicher Ressourcen durch Nichtnutzung mineralischer N-Dünger, deutlich verminderten Aufwand für chemischen Pflanzenschutz und Verzicht auf konventionelle Bodenbearbeitung mit dem Wendepflug. Die Erweiterung des Anbauspektrums heimischer Körnerleguminosen fördert zudem die Agro-Biodiversität. Reduzierte Bodenbearbeitung ändert die bodenphysikalischen und -biologischen Eigenschaften und fördert Boden- bzw. Erosionsschutz. Mit dem Verzicht auf den Wendepflug und dem Einsatz von Mulch- bzw. Direktsaat sind deutliche Aufwandsminderungen bei Diesel und Arbeitszeit und damit ein wesentlicher Beitrag zum BÖLN-Ziel ‚schonender Umgang mit nichter-neuerbaren Rohstoff- und Energieressourcen’ möglich.

Mulchsaat von Ackerbohnen im Ökologischen Landbau (Video von Johannes Siebigteroth, IOL)

Bodenruhe sowie die erhöhte Akkumulation organischer Substanz und die damit gesteigerte Stickstoffimmobilisation und geringere Mineralisation können die Bodenfruchtbarkeit erhöhen und für Nachfrüchte umfangreicher ertragswirksam nutzbar machen. An der Bodenoberfläche und in der obersten Bodenzone bieten sich verschiedenste Ansätze, die N2-Fixierung neben der Immobilisierung von bodenbürtigem Stickstoff auch durch Zufuhr geeigneter Nährstoffmangel ausgleichender Düngemittel zu steigern. 

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Kontakt

Prof. Dr. Ulrich Köpke
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Institut für Organischen Landbau
Katzenburgweg 3,
D-53115 Bonn
Tel: 0228 / 73-5616
Fax: -5617,
E-Mail: iol@uni-bonn.de